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Georgstag 2015 - Die Freunde der Pfadfinder

Georgstag 2015 Predigt von Andreas SangDie Predigt von Andreas Sang,
unserem neuen Diözesankuraten,
am Georgstag 2015
in der Bürgersaalkirche.
Eine gute Predigt hat es nicht verdient,
so schnell vergessen zu werden.

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Liebe Brüder und Schwestern im Herrn,

Vom Marienplatz hierher bin ich an 5 Gotteshäusern vorbeigegangen; alle christlich, alle katholisch.
Die Leute an denen ich vorbeigegangen bin, waren aber sicherlich nicht zu 100% Katholiken.
Ich bin mir nicht mal sicher ob die Mehrheit Christen waren.

Aus dieser Tatsache ergeben sich vielfältige Fragen:

Wie gehen wir mit christlichen Symbolen in der Öffentlichkeit um. Das berühmte Kruzifix im Klassenzimmer.
Wie laut und wie lang darf eine Kirchturmglocke auf dem Dorf läuten.
Welche Sonderrechte genießt die Kirche. Welches Gewicht wird ihr in der öffentlichen Debatte eingeräumt.
Wie kommt es an, wenn ich mich auf einer Feier als Christ oute, wenn ich mich hinstelle und sage: Ich gehöre einem katholischen Jugendverband an.

Wie geht das, Georgspfadfinder zu sein,
mit all unseren Überzeugungen und Werten in dieser Welt, als Teil dieser Welt?

Wie geht das Christsein in Pluraler Gesellschaft?


Diese Frage hat auch die ersten Anhänger der Jesusbewegung umgetrieben.
Paulus gibt daher sehr konkrete Handlungsanweisungen.
Als neue und recht exotische Bewegung im römischen Reich rät er dazu sich möglichst staatskonform zu benehmen.
Wer im Strom mitschwimmt fällt nicht so auf und wird in Ruhe gelassen.
Obwohl oder gerade weil er selbst Opfer von Staatsgewalt geworden ist, legitimiert jede Form von Herrschaft als gottgewollt.
Er geht sogar so weit, dass er den Sklaven von perversen Herren sagt, sie mögen sich treu in ihr Schicksal beugen und somit Anteil erhalten am Weg Christi, der ja auch unschuldig gelitten hat.
Christen müssen dem gesellschaftlichen Mainstream folgen, auch wenn man ihn für falsch hält.

Ich werde Paulus sicher nicht gerecht, aber überspitzt könnte man mit ihm formulieren:
"Hauptsache man macht es allen recht."
Die Gegenposition vertritt kein geringere als Johannes der Seher, Verfasser der Johannes Offenbarung.
Er stellt dem "Hauptsache man macht es allen recht" sein "Hauptsache echt" entgegen.

Er spricht sich dafür aus in aller Öffentlichkeit für das Gute, das Wahre und Schöne einzutreten und das Böse beim Namen zu nennen.

Ihr kennt alle the number of the beast 666. Das stammt von Johannes.
Das von ihm beschriebene Biest, das Ungeheuer steht für die 4 erlebten Weltreiche, Babylon, Persien, Griechenland und jetzt eben Rom.

Das Biest steht für all das Übel dass er in ihrer Herrschaft erkennt:
Die Ungerechtigkeit, die Gier, die Ausschweifung, die Unterdrückung und die Ausbeutung.
Er entlarvt diese Systeme als von Grund auf böse, als menschenverachtend, als gottlos.

Je mehr Götzen sie in ihren Kulten vor sich hertragen und
sich für sie prostituieren, sich verkaufen,
desto größer wird die Schuld all jener,
die sich nicht dagegen positionieren.

Die nicht den Drachen der Intoleranz und der Gewalt
mit dem Speer des Wortes und dem Schwert des eigenen Widerstandes zu töten suchen.

Es ist kein Zufall liebe Schwestern und Brüder, dass heute am Gedenktag des Hl. Georg die Leseordnung der Kirche keinen Text aus einem der Pastoralbriefe des Hl. Paulus vorschreibt, sondern einen aus der Apokalypse.

Johannes ruft seinen Lesern zu:
"Wärt ihr wenigsten warm oder kalt! Aber doch nicht lau."

Der Heilige Georg war alles andere als lau.
Er hat das Böse als Böses erkannt, es benannt und bekämpft.
Er hat gestritten für das Gute und Schöne und hat den Drachen der Sünde, der Gottesferne, den Drachen der Ungerechtigkeit der Legende nach mit seinem Speer getötet.

Als Pfadfinderinnen und Pfadfinder dürfen wir niemals lau sein. Im Gegenteil.

Sage was du denkst und tue was du sagst.
Bilde dir eine Meinung und steh dazu.


Wenn wir uns an unserem Patron orientieren, müssen wir jeden Tag neu das Böse in unsere Welt als Böses entlarven und mit dem Mut eines Heiligen dem Bösen entgegentreten.

Wir müssen aufstehen und nein sagen, wenn einer seinen Satz beginnt mit den Worten:
"Ich habe nichts gegen Ausländer, aber ...
Ich habe nichts gegen Moslems, aber ...
Ich habe nichts gegen Juden, aber ..."

Wir müssen mit wachen Augen auf die Rechte von Minderheiten blicken und wir müssen - da bin ich ganz bei Paulus - so leben, dass an uns erkannt wird, wie Leben in Freiheit und Gerechtigkeit, in Solidarität und Liebe gelingen kann.

Dafür müssen wir aber auch in uns selbst
das Böse als Böses erkennen.

Wir müssen uns so wie der Heilige Georg gegen das Biest der Gier, des Neids, der Faulheit, der Lüge stellen und ihm den Kampf ansagen.
Ich kenne einige, die von sich sagen: "Ich bin gut, ich tue nichts was wirklich schlecht ist.
Es gibt nichts wogegen ich mich da stellen müsste."

Solange man das Böse nicht als Böses benennt,
gewinnt es an Kraft.

Es kann so stark in einem werden, dass man es aus eigener Kraft nicht mehr besiegen kann, nicht mehr in die Schranken weisen kann.
Man wird zum Getriebenen, zum Sklaven der Sünde.
In diese Situation der Hilflosigkeit spricht Jesus seine Frohe Botschaft:
"Wenn ihr in mir bleibt und mein Wort in euch bleibt,
dann bittet um alles was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten."
Die Mächte der Unterwelt werden uns nicht, werden dich nicht überwinden, wenn du mit Christus verbunden bleibst;
und du bleibst mit ihm verbunden, wenn du dem Rat des Gründers von Taizé folgst.

Nimm das vom Evangelium was du verstanden hast und
sei es noch so wenig und lebe es. Hauptsache echt!



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veröffentlicht mit der Erlaubnis von Andreas Sang


10.7.15 00:14
 
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