Alt Pfadfinder Rosenheim


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Abschied von Ludwig Weinberger

Abschied von Ludwig Weinberger



Grabrede für Ludwig "Lu" Weinberger

"Ein Schwarzer mit grüner Seele" so lautete die Überschrift des Nachrufs
für Ludwig Weinberger, den Lu, wie er - auch - bei uns Pfadfindern genannt wurde.

Doch woher kam seine grüne Seele?
Vielleicht - und vermutlich nicht nur vielleicht - hat hier die Pfadfinderbewegung eine Rolle gespielt.

Im Dezember 1947 trat der 16-jährige Ludwig den Pfadfindern bei.
In rascher Folge durchlief er die vielen Stationen, die es im Verband gab:
Am 6. Mai 1948 legte er sein Pfadfinderversprechen ab.
Im selben Jahr noch absolvierte er den Kornettkurs.
Im Januar 1950 Bundeskurs der Georgsritterschaft gefolgt von den beiden Altwolfkursen.
Noch im gleichen Jahr wurde ihm Verantwortung übertragen.
Er wurde zum Feldmeister ernannt in Stamm und Bezirk.
Am 20. Januar 1952 schließlich die Ernennung zum Georgsritter
und im September 1952 das Ablegen des Ritterversprechens.
Doch Lu hatte noch nicht genug, wollte mehr sein Pfadfindersein ausleben und auskosten.
Die Idee der Pfadfinderei hatte ihn erfasst, man kann wohl mit Fug und Recht sagen:
"Es entbrannte in ihm das Feuer für die Pfadfinderei".
So nahm er 1955 am Woodbadgekurs teil, der international anerkannten Gruppenleiter-Ausbildung bei den Pfadfindern. Und natürlich bestand er diesen Kurs, woraufhin er 1956 sein Woodbadge-Abzeichen verliehen bekam.
Sein so erlangtes Wissen behielt er aber nicht für sich, wendete es nicht nur in seinen eigenen Jugendgruppen an. Er teilte es anderen jungen Gruppenleitern in deren Ausbildung mit bis er schließlich 1958 Mitglied der Kursleitung des Bundes wurde.
Aber das war alles zu einer Zeit als die heute aktiven Pfadfinder unseres Bezirks noch in Abrahams Wurstkessel schwammen - um es mit einem aus der Bibel entlehnten Spruch zu sagen.

Wie war der Kontakt zwischen Lu und den heutigen Pfadfindern?
Nun, das eine oder andere Mal kam er zu Veranstaltungen unseres Bezirks, wie bspw. Bezirkslagern oder Jubiläen. Und er kam natürlich in seiner Kluft, die er aus Überzeugung und auch mit Stolz trug.
Und wenn Lu begann von "seiner" Zeit, also seinen jungen Jahren bei den Pfadfindern zu berichten, dann konnte man unterschiedliche Reaktionen bei seinen Zuhörern beobachten.
Kinder und Jugendliche sahen ihn verdutzt an, ja sie starrten ihn regelrecht an. Ungläubig, was sie da zu hören bekamen. Was erzählt der da? Wie wenn der alte Mann vor ihnen aus einer anderen Welt käme. Wie? Früher lief man ständig in kurzen Hosen rum und trug immer seine Kluft? Und die war auch noch ordentlich in die Hose gesteckt?

Bei den Älteren, die die Ausläufer der Lu´schen Zeit noch mitbekommen haben, konnte man ein verschmitztes Lächeln erahnen, das ihnen übers Gesicht huschte.
Ja, ja, so war das damals, haben sie sich wohl gedacht.
Nach den ersten Sätzen aber verflogen diese Gesichtsausdrücke und wichen einem gebannten Blick, ob der Begeisterung, mit der Lu von seiner Pfadfinderzeit sprach.
Das Feuer, das ihn ihm selbst brannte, es loderte aus ihm heraus in seinen Erzählungen und übertrug sich auf seine Zuhörerschaft. Und jeder begriff in diesen Momenten, dass Pfadfindersein nicht etwas ist, das man in seinen jungen Jahren ist oder tut, sondern, dass es eine Lebenseinstellung ist. Pfadfinder ist man nur einmal - sein Leben lang. Das war der Lu und das vermittelte er seinen Zuhörern.
Sich gemeinsam in der Gruppe Ziele zu überlegen und Wege, um diese Ziele zu verwirklichen und zu erreichen. In der Natur leben und vor allem MIT ihr. So sah - um auf die anfangs erwähnte grüne Seele zurück zu kommen - so sah Lu in einem Baum eben nicht nur Holz, aus dem sich ein Stuhl, ein Tisch oder ein Schrank bauen ließe. Er sah darin ein Lebewesen, so wie wir Menschen auch welche sind. Einen Bestandteil der Natur, der eine wichtige Aufgabe hat und nur nach reiflicher Überlegung gefällt werden darf, wenn dadurch etwas verbessert werden könne.

"Die Welt etwas besser zu hinterlassen
als man sie vorgefunden hat."

Dieser Spruch von Baden-Powell, dem Gründer der Weltpfadfinderbewegung, so erscheint es einem, bildete das Fundament von Lus Denken - und vielleicht ließ er sich auch davon in seinem politischen Wirken leiten.
Lu, wir sagen Dir aus tiefem Herzen "Danke" für all Dein Engagement für die Pfadfinderei und für unseren Bezirk.

Wie Du Pfadfindersein glebt host, mit ganzem Herzen, aus tiefer Überzeugung,
des war bewundernswert. Du warst a Vorbild für all die Pfadfinder heut.


Und so legen wir Dir heute ein Pfadfinderzeichen an Dein Grab,
das Zeichen, das auch Baden-Powell auf seinem Grab hat,
den Kreis mit dem Punkt in der Mitte:

"Aufgabe erfüllt, bin nach Hause gegangen."

Danke und Gut Pfad, Lu!

Rüdiger Motzer




Ich hab ein Kirchlein mir gebaut
An einem heimlich stillen Orte
Da ist's so seelig und so traut
Da strömen meiner Andacht Worte
Von keines Menschen Ohr gehört
Da kann ich beten ungestört
wenn's in mir froh und feierlich
Wenn Stürme durch die Seele jagen
Dann ruft zur kleinen Kirche mich
Ein Glöcklein wohl mit lautem Schlagen
Das schlägt oft hell - das schlägt oft bang
Der Seele treuer Widerklang
Das Kirchlein, das ich mir gebaut
Es steht im tiefsten Herzensgrunde
Nur Gott im Himmel hat's geschaut
In des Gebetes heil'ger Stunde
Wenn ich den letzten Kirchgang thu
Herr, schließe du die Thüre zu.

Auf einer Tafel am Grottenweg
unter dem Kofel bei Oberammergau

Alle, die mit ihm den Großen Pfad gegangen sind,
werden weiter gehen
- mit ihren Erinnerungen an die Begegnungen mit ihm.

15.8.18 09:19
 
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